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Sprengung des Kühlturms in Voerde
Präzision in 70 Metern Höhe: Der Fall des Kühlturms in Voerde
Am 3. Dezember 2023 blickte ganz NRW auf das ehemalige Kraftwerk Voerde. Punkt 11:00 Uhr stürzte der massive, 25.000 Tonnen schwere Kühlturm kontrolliert in sich zusammen. Doch damit diese Sprengung „exakt nach Plan“ verlaufen konnte, war chirurgische Vorarbeit im Bereich Betonabbruch nötig. Wir von der Senft GmbH waren maßgeblich daran beteiligt, die statischen Schwachstellen für den finalen Knall zu schaffen.
Millimeterarbeit am Giganten: Wandsägeschnitte und Kernbohrungen
Eine Sprengung dieser Größenordnung funktioniert nicht durch pures Glück. Damit der Turm senkrecht in sein eigenes Becken fällt, muss die Struktur vorab gezielt geschwächt werden. Unsere Aufgabe war es, die massiven Wände aus 40 cm starkem Stahlbeton vorzubereiten. Das Besondere dabei: Ein Großteil der Arbeiten fand in bis zu 70 Metern Höhe statt – eine enorme logistische und physische Herausforderung für unser Team und das eingesetzte Gerät.
Die harten Fakten: 300 Meter Sägeschnitte
Um die Fallrichtung des Turms zu garantieren, führten wir über 300 Meter Wandsägeschnitte aus. Diese Schnitte dienen als Sollbruchstellen. Zusätzlich wurden mehr als 100 Kernbohrungen vorgenommen, um die Sprengladungen der Thüringer Sprenggesellschaft präzise platzieren zu können. Dank unserer modernen Diamant-Sägetechnik konnten wir diese Arbeiten trotz der exponierten Lage in Rekordzeit abschließen.
Sicherheit und Zukunft am Standort Voerde
Der Rückbau des Kraftwerks Voerde durch die RWE ist ein wichtiger Schritt für die Region. Wo früher Kohle verbrannt wurde, soll bis 2026 eine moderne Energiedrehscheibe für Wasserstoff entstehen. Wir sind stolz darauf, mit unserer Expertise im Bereich Kernbohrungen und Betonsägen einen sicheren Rückbau ermöglicht zu haben, der den Weg für grüne Energie ebnet.
Eine Sprengung ohne Vorbehandlung wäre unkontrollierbar. Durch die Wandsägeschnitte wird die Statik gezielt geschwächt (Vorschwächung), sodass das Bauwerk exakt in die geplante Richtung fällt und umliegende Gebäude nicht beschädigt werden.
Dies erforderte eine enge Abstimmung mit der Baustellenlogistik. Die schweren Wandsägen und Bohrgeräte wurden mit Spezialkränen auf die Arbeitsplattformen in der Höhe gehoben, wo unsere Spezialisten sie unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bedienten.
Der anfallende Bauschutt (ca. 25.000 Tonnen Beton) wird vor Ort zerkleinert und recycelt. Ein Großteil des Materials kann im Straßenbau oder für die Verfüllung des Kühlturmbeckens direkt auf dem Gelände in Voerde wiederverwendet werden.
Ähnlich wie bei unserem Projekt in Angola war auch hier höchste Vorsicht geboten. Die Sprengung und die Vorbereitungen mussten so geplant werden, dass keine Infrastruktur im Umfeld des aktiven RWE-Geländes gefährdet wurde.